Lebenslanges Lernen „Was motivierte mich?“
- 15. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Juni
Erzählt von Martina Permoser-Wohletz
Wir lernen unser ganzes Leben lang. Dabei eignen wir uns Wissen an, erweitern unsere Kompetenzen und entwickeln immer neue Qualitäten. Lebenslanges Lernen ist ein vielfältiger Prozess. Zum Lernen angetrieben werden wir durch persönlich, soziale, bürgerschaftliche, aber auch arbeitsbezogene Beweggründe.
Was bedeutet das für einen Menschen, der schon lange auf dieser Welt lebt?
Ich machte mich auf den Weg, um es herauszufinden, und ließ mir von meinem Vater Gerhard, geboren 1933, seine Lern- bzw. Lebensgeschichte schildern.
Er erzählte Folgendes:

1955: Der Krieg war vorbei, die Zeiten waren schwierig. Allgemeine Hoffnung und Aufbruchsstimmung machten sich breit. Wir waren jung, hatten unsere Schulausbildung abgeschlossen und versuchten im Berufsleben Fuß zu fassen. Bereits nach kurzer Zeit vermisste ich die Herausforderung des Lernens, die Auseinandersetzung mit neuen Themen und den Diskurs darüber.
Natürlich musste ich berufliche Hürden meistern, mich im Beruf einfinden und konnte – Dank der Unterstützung und auch Anforderung durch einen Seniorchef – erste Erfolge verzeichnen. Zum Beispiel kam ich als junger Mann einmal in eine Sitzung. Ich kannte niemanden und fand mich in einem Raum mit mehreren, honorigen Herren wieder. Meine Unsicherheit erkannte dieser Mann, der – als deutlich Älterer – zu mir kam, mich hereinbat und mich vorstellte. Dieser Augenblick bedeutete mir sehr viel und trug zu meinem guten Selbstwertgefühl bei. Für mich sollte es ein Schlüsselerlebnis sein, das ich für meine berufliche und private Zukunft mitnehmen konnte.
Junge Menschen begleiten, von und mit ihnen lernen.
Auch privat machte ich mich ebenfalls auf die Suche, meine Neugierde zu befriedigen. Glücklicherweise entdeckte ich die sogenannte „Lebensschule“ – eine Erwachsenenbildungseinrichtung der Volkshochschule. Hier wurden verschiedenste Themen aufbereitet, vorgetragen, erforscht, diskutiert. Ein begnadeter Rhetoriker zog uns, eine Gruppe wissensdurstiger junger Menschen, in seinen Bann: Dr. Helmut Zilk (Journalist und ehemaliger Bürgermeister von Wien; Anm. d. Verf.)
Für mich vermittelte er die Faszination des Lernens und somit von Bildung. Die Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen, kulturelle, bildungspolitische, geschichtliche Unterschiede zu erfahren und somit den lebenslangen Prozess zu beschreiten, habe ich damals erfahren und bis heute fortgesetzt.
Viele, sehr viele Reisen folgten und bei jeder konnte ich einen Schatz an Erfahrungen, Begegnungen und Erkenntnissen mitnehmen und zu meinem Glück mit meiner Frau, die ich einst in diesem höchst positiven Umfeld kennenlernte, teilen.
Beruflich wurde ich immer wieder vor herausfordernde, neue Situationen gestellt, die mich veranlassten mich damit auseinanderzusetzen, zeitgemäße Wege zu beschreiten und Lösungen zu finden. Für mich als Techniker war es stets eine spannende Aufgabe und eine interessante Zeit Neuerungen kennenzulernen, zu adaptieren und umzusetzen.In Wirklichkeit gab es nur die Möglichkeit weiterhin zu LERNEN!
M.P.: Kann man sagen, dass Menschen und die rasanten Entwicklungen dieser Zeit Deinen Weg begründeten?
Ja! Rückblickend war es unterstützend, fordernden und fördernden, empathischen Menschen zu begegnen. Chefs zu haben, die meine Potentiale erkannten und Kollegen, die sich messen wollten – so beflügelten wir einander gegenseitig.
M.P.: Gab es auch Hindernisse oder Verhinderer?
Verhinderer? So es welche gab, dann forderten sie mich eher heraus mein Bestes zu geben um zu beweisen, dass das funktionierte, was ich mir überlegt hatte.
Hindernisse? Diese motivierten mich Lösungen zu finden.
M.P.: Was würdest Du Personen Deines Alters empfehlen?
Neugierig bleiben!
Nicht anderer Leute Überzeugungen entsprechen. Den eigenen Weg und mit der Zeit gehen. Am Leben teilnehmen und sich daran erfreuen, so lange es geht!
Danke für das Gespräch!

Rasenmäher-Roboter gekauft 2013, kann doch nicht sein, dass man 2026 keinen passenden Akku nachkaufen kann?
Selbst, wenn der Produzent mittlerweile nicht mehr existiert…
Lösung in Sicht ….. es geht weiter!


